Justage des "einbeinigen" Nodalpunktadapters


Die Justage erfolgt in drei Schritten:


1. Schritt: Ermittlung des vertikalen Drehpunktes:

Zunächst habe ich die Kameraplatte auf ein Holzbrett geschraubt und darauf den theoretischen Abstand des Nodalpunktes vom Stativgewinde aus markiert.
Dann habe ich durch ein anderes Brett einen Stahlnagel gehauen, der mir als provisorischer Drehpunkt dient. Diesen Nagel habe ich dann auch noch in den theoretischen Drehpunkt vom anderen Brett geschlagen. Der Nagel muss länger als die doppelte Holzdicke sein, damit man auf der Kameraplatte, wenn der Drehpunkt stimmt, ankörnen kann.
Dann klemmt man das untere Brett an einer Tischplatte fest und fotografiert eine senkrechte Kante in etwa 30 cm Entfernung vor einem weit entfernten (mehr wie 10 Meter) Hintergrund, der ebenfalls eine senkrechte Struktur aufweist, und schwenkt in dem Drehpunkt die Kamera mit dem Objektiv (eingestellt auf die später zu verwendende Brennweite). So macht man jeweils Bilder, auf denen die Kante ein Mal rechts am Bildrand und ein Mal links am Bildrand liegt und dreht dabei um den Drehpunkt (Stahlnagel). Dann überträgt man die Bilder am besten auf den Rechner und vergleicht den Pixelabstand beider Kanten. Dann wiederholt man dieses Vorgehen, in dem man den Stahlnagel so lange auf der optischen Achse verschiebt, bis der Pixelabstand identisch ist.
Dann körnt man mit dem Stahlnagel die Kameraplatte an und bohrt an dieser Stelle das Loch für die M5 Schraube.

2. Schritt: Seitliche Justage des Nodalpunktes über dem Drehpunkt ermitteln - Dosenlibelle einrichten

Am vertikalen Drehpunkt wird ein Zwirn mit einer großen Nähnadel befestigt, die knapp bis zum Boden reicht. Das Einbeinstativ wird oben leicht fixiert (z.B. an einem Dreibeinstativ) und die Stativspitze auf den theoretischen Wert seitlich neben der Nähnadel positioniert. Wichtig ist dabei, dass die zu benutzende Stativlänge bereits eingestellt und bereits reproduzierbar markiert ist.
Außerdem muss die Kamera montiert sein, da das Gewicht eine Durchbiegung des Stativs erzeugt, die bereits einen Versatz von 0,8mm bewirkt.

Die Dosenlibelle habe ich mit Knete befestigt, mit einem Zahnstocher durch Tippen ausgerichtet und anschließend mit Zweikomponentenkleber fixiert.

Ansicht des Kopfes des Einbeins

Unten sah es dann so aus:

Ansicht des Fußes des Einbeins

3. Schritt: Überprüfung und Feinjustage des Drehpunktes vom Einbeinstativ:

Überprüfen der Längsachse mit Lot:

Man kann ein weiteres Mal den Zwirn mit der Nähnadel nutzen und diesmal das Lot so am Objektiv befestigen, dass der Faden vor dem Objektiv von Oben nach Unten bis fast zum Boden reicht. Wenn der Faden durch den Objektivmittelpunkt läuft und unten mit dem Drehpunkt unten fluchtet, dann passt´s.

Überprüfen des Nodalpunktes durch den Versatz naher und entfernter Linien:

Wie oben bereits beschrieben gilt es wieder, Pixel zu zählen, und evtl. eine exaktere Positionierung des Stahlnagels längs der optischen Achse vornehmen.

Der Stahlnagel stößt gegen eine umgebogene Kante, die in das Einbeinstativ eingesägt und eingedrückt wurde. Ein passend zugeschnittenes Stück Kork drückt den Stahlnagelkopf stets an die Innenwand. Indem der Stahlnagel durch die Gummikappe gedrückt wird, kann die Position problemlos einige Male optimiert werden. Anschließend besteht die Möglichkeit, das Fussende mit Kleber auszugießen und den Nagel damit endgültig zu fixieren.

Mein Endergebnis der Überprüfung sah dann so aus:

Einzelbilder der Justageabweichung

mit den entsprechenden Vergrößerungen zum Pixel zählen:

Einzelbilder der Justageabweichung in 100% Darstellung

Fazit: Bei den letzten neun Aufnahmen ist ein seitlicher Versatz von +/- 10 Pixel zu erkennen. Das entspricht etwa einem seitlichen Versatz von +/- 1mm. Dieser Fehler tritt jedoch nicht systematisch auf und ist somit nur auf das Verkippen des Stativs zurückzuführen, das vom "Verwackeln" des Stativs herrührt.

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