Hardware zur Erstellung von Kugelpanoramen


Für das Erstellen der Panoramen verwendete ich bis Ende 2011 eine Nikon D80 (Crop 1.5, 10MP) und ein Sigma 10-20mm/4-5.6. Das Objektiv hat bei 10mm Brennweite einen horizontalen Blickwinkel von 99° und einen vertikalen Blickwinkel von 77°. Das macht das Erstellen von Kugelpanoramen einfacher, denn: Wenn die Kamera im Hochformat eingesetzt wird, hat man somit immer Bezugspunkte am Horizont für die Montage der Einzel- bilder, auch wenn der Zenith keine Struktur aufweist (Himmel).

So kann ich in zwei Reihen das Panorama erstellen:
  • erste Reihe mit 8 Bildern etwa 45° nach oben geschwenkt,
  • zweite Reihe mit 8 Bildern etwa 20° nach unten geschwenkt.
Dazu noch zwei Nadirbilder. Das zweite ist einfach um 90° gedreht und um einige Zentimeter verschoben (nur bei Verwendung des Einbeinadapters). Beim dreibeinigen Stativ mache ich drei Nadirbilder; zwei Bilder 90° versetzt und das dritte so wie weiter unten beschrieben mit schrägem Stativ.

Dieser Setup hat sich mittlerweile als der einfachste für mich herauskristallisiert. Er eignet sich auch besonders vom dreibeinigen Stativ aus, da dann die Stativbeine bei der unteren Reihe noch nicht drauf sind. Er ist auch bei 12mm Brennweite sehr gut zu realisieren.

Vorteile gegenüber anderen Setups:
  • Der meist bildwichtige Horizont ist auf der unteren Reihe komplett enthalten, z.B. bei Personen im Bild wie in Manhattan.
  • Der Nadir ist fast komplett auf einem Bild drauf, denn um die Drehachse machen sich Abweichungen vom Nodalpunkt besonders stark bemerkbar und führen zu Stitchingfehlern.
  • Der Zenit entfällt, denn bei strukturlosem Zenit findet die Software meist keine Kontrollpunkte.

So können durch diesen Setup die "Nickeligkeiten" eines normal abbildenden Superweitwinkels behoben werden.

Mein zweiter selbst gebauter Nodalpunktadapter für mein leichtes und schmales Dreibeinstativ Benro A0180T sieht so aus:

Ansicht des Nodalpunktadapters

Vor allem die Anschlagleiste am Display ist hervorragend für eine exakte Montage der Kamera:

Ansicht des Nodalpunktadapters

Um einen perfekten Nadir zu erhalten habe ich folgende Vorgehensweise entwickelt:

Nadir mit Markierungen

Die zwei Segmente der Stativbeine sind voll ausgezogen, bei dem schräg stehenden Stativ habe ich am 3. Bein eine Markierung gemacht, bis zu der das 3. Segment herauszuziehen ist. Dort wo die Batterien liegen, positioniere ich mittlerweile meine Füße als Markierung.

Nadir mit Markierungen

So gelingt mir schnell und einfach ein Nadirbild ohne Stativ, das fast exakt aus der gleichen Höhe und Position aus aufgenommen wurde. Mit Auswahl der "viewpoint correction" im Advanced Mode des Optimizers in PTgui für dieses Bild, gelingt ein fehlerfreies Panorama problemlos.


Bisherige Änderungen:

Mittlerweile markiere ich die Lage der Stativbeine für den Nadir nicht mehr mit Dingen, sondern stelle meine Füße an die Position. Das geht viel schneller und bequemer.

Außerdem verwende ich jetzt den Rotator von PT4pano statt dem Minirotor 101, denn dieser hat eine festere Rastung und ist somit für eine DSLR besser geeignet.

Seit Dezember 2011 verwende ich eine Nikon D7000 mit dem 10,5 mm Fisheye. Jetzt macht das Einbein richtig Freude, da das Ausrichten für 18 Einzelfotos sich auf Dauer als zu aufwändig erwies. Nun sind es nur noch 9 Einzelfotos. Auf den Drehteller kann ich jetzt verzichten, weil ich automatisch 5 bis 6 Schritte um das Einbein herum mache. Im Nadir bleibt nur ein kleines Loch von etwa 1cm Durchmesser, das sich problemlos zustempeln lässt.

Hier mein erstes Panorama mit der Kombination.
Da die D7000 sechs Bilder pro Sekunde schafft, ist es sogar möglich vom Einbein aus ein HDR-Panorama zu machen, da ich in dieser Zeit nicht mehr als etwa 1mm verwackle.
Um den Eindruck von Kugelpanoramen noch realistischer zu gestalten, nehme ich mittlerweile die original Geräuschkulisse mit dem digitalen Recorder Tascam DR-2d auf. Dieser zeichnet sich durch besonders gute Aufnahmequalität der Geräuschatmosphäre aus. Aber auch bei Musikaufnahmen und Konzerten zeigt er seine Stärke. Empfehlenswert ist vor allem ein Windschutzfell, damit es im Freien nicht zu Nebengeräuschen kommt.

Hier mein kleines selbstgebasteltes Ministativ 22 x 18 x 3,5cm (ohne Rotator):

ministativ-klein.jpg

Es lässt sich einfach zusammenklappen:

ministativ2-klein.jpg


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